Am 14.02.2019 war der offizielle Startschuss für das Verbundprojekt ProBot, dessen Ziel darin besteht, kleine und mittlere Unternehmen (KMU) dabei zu unterstützen, die Potenziale von neuartigen kollaborierenden Robotern (sog. CoBots) zu erschließen. CoBots sind Roboter, die ohne Schutzzaun direkt mit einem Menschen „im Team“ zusammenarbeiten können, um diesen im Arbeitsablauf optimal zu unterstützen. Während bisherige Industrieroboter spezialisiert sind auf einzelne, vorab festgelegte Tätigkeiten, lassen sich CoBots mit wenig Aufwand und ohne spezielle Programmierkenntnisse auf neue Aufgaben anpassen. Diese Eigenschaften machen sie besonders interessant für Unternehmen aus dem Mittelstand.

Bislang nutzen KMU dieses Potenzial allerdings noch wenig aus, da es ihnen häufig an organisatorischen und personellen Kapazitäten sowie an prozessbegleitenden Planungs- und Entscheidungshilfen fehlt, um Einsatzszenarien für CoBots fundiert zu identifizieren, zu evaluieren und umzusetzen.

An diesem Punkt setzt das Forschungsprojekt ProBot an und entwickelt im Sinne der „Hilfe zur Selbsthilfe“ einen virtuellen Diagnosekoffer, der KMU bei der gezielten Bewertung und Erarbeitung individueller CoBot-Lösungen durchgängig und systematisch unterstützt. Der Diagnosekoffer wird detaillierte, einfach anwendbare und firmenspezifisch anpassbare Planungs- und Entscheidungshilfen beinhalten, welche eine genaue Analyse der Ausgangsbedingungen und eine fundierte Abschätzung der CoBot-Einsatzvarianten ermöglichen.

Die Entwicklung des Diagnosekoffers erfolgt in enger Zusammenarbeit mit KMU aus der produzierenden Industrie. Das Verbundprojekt ProBot wird koordiniert vom Institut für Arbeitswissenschaft und Betriebsorganisation (ifab) des Karlsruher Instituts für Technologie. Seitens der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft sind das Institut für Lernen und Innovation in Netzwerken (ILIN) sowie das Institut für Robogistics beteiligt. In technologischer Hinsicht wird das Projekt von den Firmen ArtiMinds Robotics GmbH und robodev GmbH unterstützt. Als produzierende Anwender-KMU sind folgende Firmen eingebunden: Leutron GmbH, Maus GmbH Modell- und Formenbau, RAUCH Landmaschinenfabrik GmbH, Schnorr GmbH. Zur Verbreitung der Ergebnisse tragen die Transferpartner Institut für angewandte Arbeitswissenschaft e. V. (ifaa) und Landesnetzwerk Mechatronik BW GmbH (LMBW) bei.

Das Forschungsprojekt ProBot wird im Rahmen des Programms „Zukunft der Arbeit“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert und vom Projektträger Karlsruhe (PTKA) betreut. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung liegt beim Autor.

Weitere Informationenn zum Projekt und zu den Aufgaben des ILIN finden Sie hier: Projektseite ProBot

Kontakt:
Dr.-Ing. Tobias Heine
| Karlsruher Institut für Technologie (KIT) |
Institut für Arbeitswissenschaft und Betriebsorganisation | Engler-Bunte-Ring 4 | 76131 Karlsruhe
Telefon: +49 721-608-4 4710 | tobias.heine@kit.edu | www.ifab.kit.edu

Bildquelle:
ArtiMinds Robotics GmbH