Proaktive Diagnose und Gestaltung des CoBot-Einsatzes in kleinen und mittleren Unternehmen

Projektkontext:

Steigender Wettbewerbsdruck und Fachkräftemangel stellen derzeit Herausforderungen der deutschen Wirtschaft dar. Für den Mittelstand, welcher als Rückgrat der deutschen Wirtschaft gilt, könnten neuartige, kollaborierende Roboter (sog. CoBots) eine Möglichkeit sein, um diese Herausforderungen zu überbrücken oder gar zu überwinden. Denn CoBots ermöglichen eine unmittelbare Zusammenarbeit mit dem Menschen und lassen sich mit geringem Aufwand an vielfältige Aufgaben anpassen. Potenziale der CoBots liegen vor allem in der effizienteren Organisation von Arbeitsabläufen und der gesteigerten Attraktivität von Arbeitsplätzen, da monotone und körperlich belastende Tätigkeiten von CoBots übernommen werden können. KMU nutzen diese vielfältigen Vorteile bislang nicht. Begründet liegt dies insbesondere an häufig fehlenden organisatorischen und personellen Kapazitäten sowie prozessbegleitenden Planungs- und Entscheidungshilfen, welche mögliche Einsätze identifizieren, evaluieren und umsetzen.

Zielsetzung und erwartete Ergebnisse:

Vor diesem Hintergrund wird im Forschungsprojekt ProBot ein virtueller Diagnosekoffer entwickelt, welcher mögliche Schnittstellen für die Einführung von CoBot-Lösungen identifiziert. Der Diagnosekoffer soll detaillierte, firmenspezifisch anpassbare und einfach anwendbare Planungs- und Entscheidungshilfen abdecken, damit Ausgangsbedingungen genau untersucht und CoBot-Einsatzmöglichkeiten fundiert abgeschätzt werden können.
Die Ergebnisse des Forschungsprojekts sollen KMU letztlich dabei unterstützen, die Potenziale der Mensch-Roboter-Kollaboration systematisch zu erschließen und damit ihre Wettbewerbsfähigkeit zu steigern.
Über Transferpartner werden u.a. Kriterienkataloge, Tools für erweiterte Wirtschaftlichkeits- und Einsatzanalysen, Vorgehensmodelle und Erfolgsgeschichten bekannt gemacht. Der Diagnosekoffer wird weiteren interessierten KMU, z. B. aus dem Logistikbereich, zum Download auf der Projekthomepage zur Verfügung stehen.

Vorgehensweise zur Zielerreichung:

Zur Realisierung dieser Ziele arbeitet das Institut für Lernen und Innovation in Netzwerken (HsKA, ILIN), das Robogistics Labor (HsKA, Prof. Wurll) und das Institut für Arbeitswissenschaft und Betriebsorganisation (KIT, ifab) eng mit KMU aus der produzierenden Industrie zusammen.
Diese sind im Einzelnen:

  • Schnorr GmbH
  • Maus GmbH Modell- und Formenbau
  • Leutron GmbH
  • RAUCH Landmaschinenfabrik GmbH

In jedem Partnerunternehmen werden auf Basis der dort herrschenden personellen und organisatorischen Rahmenbedingungen vielversprechende Anwendungsfälle für Mensch-Roboter-Lösungen identifiziert und deren Mehrwert für das Unternehmen bewertet. Dazu wurde ein Arbeitsplan mit den folgenden sieben Arbeitspaketen (AP) entwickelt, die sich wiederum in Teilarbeitspakete (TAP) untergliedern:

  • AP 1: Anforderungsanalyse
  • AP 2: Identifikation und Analyse geeigneter CoBot-Anwendungsfälle
  • AP 3: Konzeption und Entwicklung der Mensch-Roboter-Interaktion
  • AP 4: Umsetzung und Evaluation der CoBot-Lösungen
  • AP 5: Entwicklung des ProBot-Prozessbegleiters
  • AP 6: Best-Practice-Austausch und Transfer
  • Ap 7: Projektmanagement und -koordination

Während des gesamten Prozesses liegt der Fokus auf der Frage, welche soziotechnischen Faktoren für einen erfolgreichen Einsatz von Mensch-Roboter-Teams entscheidend sind und wie KMU zu einer proaktiven Abschätzung und Gestaltung dieser Faktoren befähigt werden können.