Bei der Alumni-Fachtagung der Fakultät Wirtschaftsinformatik am 18. Mai 2019 standen  Ökonomische und gesellschaftliche Auswirkungen der Digitalisierung im Fokus. Unter der Moderation von Nicolas Scholz hielten sowohl ProfessorInnen als auch Alumni interessante Vorträge rund um dieses Thema.

Den einstündigen Auftakt machte Prof. Franz Nees zum Datenkapitalismus & Datenraub – Wer sind die Profiteure der Digitalisierung? Er ging dabei darauf ein, dass die Digitalisierung unbestritten nachhaltige Spuren in Wirtschaft und Gesellschaft hinterließe wie z.B. die Ablösung stupider Tätigkeiten durch kreative. Grundsätzlich müsse man von einer neuen Ordnung der Eigentums- und auch Schadenersatzrechte ausgehen, da die Gesetze und Regelwerke des 20. Jahrhunderts nicht mehr auf die moderne Welt der Digitalisierung anwendbar seien.

Achim Grögeder von der Sparkasse leistete einen Beitrag zum Thema Wenn’s um Geld geht: Linda! – Die KI Strategie der Sparkassen-Finanzgruppe, in dem es hauptsächlich um den derzeitigen Stand des Use Cases von KI-Systemen und die strategischen Ziele des Einsatzes der KI in der Sparkassen-Finanzgruppe ging. Zudem wurde das Arbeiten an einer ganzheitlichen KI-Strategie auf Ebene des Dachverbandes DSGV angesprochen.

Daneben berichtete Frederic Buchner über das E-Government – Megatrends der Zukunft und die Auswirkungen auf den Public Sector und zeigte, wie sich die Digitalisierung im und um den Public Sector wie z.B. hinsichtlich Cyber-Security und human-centered design verändern und welche Folgen dies für uns haben wird.

Im Vortrag von Fabian Bäuerlein Banken im Umbruch – Disruption durch Digitalisierung wurden die Herausforderungen erörtert, welchen Banken angesichts der Digitalisierung gegenüberstehen und wie eine neue „Überlebensstrategie“ für Banken im Zuge dieser veränderten Wettbewerbssituation aussehen könnte.

Prof. Steffen Kinkel gab als Leiter des Instituts für Lernen und Innovation in Netzwerken (ILIN) im Anschluss einen kurzen Überblick über die Aktivitäten des Instituts, über laufende Forschungsprojekte sowie einen Einblick in eine Studie zur Nutzung von Digitalisierungstechnologien in der Produktion und der Rückverlagerung von Produktionsaktivitäten aus dem Ausland. Diese fand in den Medien bereits großen Anklang.

Um kognitive Mensch-Roboter-Interaktion (kMRI)- Cobots in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) ging es beim Vortrag von Tobias Kopp, der ebenfalls am ILIN forscht und erste Erkenntnisse aus dem laufenden Projekt „ProBot“ vorstellte. Er berichtete davon, dass neuartige kollaborierende Roboter (sog. Cobots) flexibel einsetzbar seien, KMU diese aber dennoch kaum verwendeten. Vor diesem Hintergrund beleuchtete er besonders die Herausforderungen, welche sich bezüglich der Cobot-Einführung ergeben: Diese sind einerseits die technisch-physikalische Realisation der Mensch-Roboter-Schnittstelle, andererseits Erwartungen und Bedenken der Mitarbeiter sowie die interne Kommunikation.

Den Abschluss der Fachtagung gestaltete Dennis Richter, ebenfalls vom ILIN, mit seinem Beitrag über Wissenschaft trifft Praxis – Mit Methodik zur Generierung servicebasierter Geschäftsmodelle. Darin bot er Einblicke in das Forschungsprojekt Strahlen 4.0, welches  gemeinsam mit dem mittelständischen Anwendungspartner Eisenwerk Würth am ILIN durchgeführt wird. Das Ziel des Projekts besteht im Einsatz unterschiedlicher Methoden, deren Ergebnisse in ein servicebasiertes Geschäftsmodell für den Anwendungspartner überführt werden sollen.

Die Fachtagung bot neben den aktuellen fachlichen Einblicken zu den Auswirkungen der Digitalisierung eine gute Gelegenheit, sich in angenehmer Atmosphäre miteinander auszutauschen.